Aktuelles

Januar 2021

Trinkwasserschutz: IAWR ruft zur Wertschätzung und Reinhaltung unseres Wassers auf

Appell zur Anpassung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) an den European Green Deal

Trinkwasser ist unser wertvollstes Lebensmittel und seine Ressourcen sind vielfältigen Beeinflussungen – auch aus der Landwirtschaft – ausgesetzt. Zum Schutz des Trinkwassers und damit der öffentlichen Gesundheit hat die IAWR, als Vertretung der Trinkwasserversorgung im internationalen Rheineinzugsgebiet, zusammen mit den Trinkwasserversorger-Gemeinschaften in den Flusseinzugsgebieten von Maas und Schelde, einen großangelegten Appell zum Umsteuern und zur Anpassung der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik in Europa) an den European Green Deal gestartet. Ziel ist eine verbesserte Implementierung des Vorsorge- und Verursacherprinzips sowie von wirksamen Vermeidungsstrategien.

Weiter Informationen bei der IAWR.

März 2020

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Europäisches Fließgewässer-Memorandum am Weltwassertag veröffentlicht

Rund 170 Wasserversorger in 18 Ländern entlang der grossen europäischen Flussgebiete Rhein und Ruhr, Donau, Elbe, Maas und Schelde stehen für eine zukunftsfähige, klimafreundliche, sichere und für alle erschwingliche Wasserversorgung. Dies kann nur über den generationsübergreifenden Schutz der Trinkwasserressourcen gelingen.

Der in den 10 Thesen des Memorandums geforderte vorsorgeorientierte Gewässerschutz geht konform mit der vom Nachhaltigkeitsgedanken getragenen Strategie der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Naturnahe Verfahren minimieren die ansonsten erforderliche technische Einflussnahme auf das Wasser. Sie stützen sich auf die Selbstreinigungskräfte der Natur und erhalten den natürlichen Charakter des Wassers. Trinkwassergewinnung mit naturnahen Verfahren spart Energie und Ressourcen und ist damit klima- und umweltfreundlich.

Die Einhaltung der konkret benannten Zielwerte soll es den Wasserversorgern ermöglichen, auch in Zukunft Trinkwasser ausschließlich mit einfachen naturnahen Verfahren aufzubereiten und so den Verbrauchern zur Verfügung stellen zu können.

Fließgewässermemorandum zur qualitativen Sicherung der Trinkwassergewinnung (1,9 MB)

Pressemitteilung vom 22.03.2020 (204,4 KB)

März 2020

Coronavirus: Das Trinkwasser ist sicher und geschützt

Multibarrieren-Prinzip verhindert auch Verbreitung von Viren

Die Anforderung der deutschen Trinkwasserverordnung, dass Trinkwasser frei von Krankheitskeimen sein soll, wird in Deutschland seit vielen Jahren eingehalten. Diese Anforderung gilt neben Bakterien auch für alle Arten von Viren und damit auch für den Coronavirus.

Eine Übertragung des neuartigen Coronavirus erfolgt nach derzeitigem Wissensstand vor allem über den direkten Kontakt zwischen Personen oder kontaminierte Flächen (Robert Koch-Institut: Infoblatt Übertragungswege).  Bereits aus diesem Grund ist die Gefahr der Infizierung über das Trinkwasser sehr gering. Das in der öffentlichen Trinkwasserversorgung seit Jahrzehnten eingeführte Multibarrieren-Prinzip stellt eine sichere Grundlage dar, um wasserbedingte Epidemien zu verhindern. Unter dem Multibarrieren-Prinzip versteht man ein mehrstufiges System zum Schutz des Trinkwassers bestehend aus dem Ressourcenschutz (Ausweisung von Wasserschutzgebieten u. a.), der Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung, die unter Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik erfolgen sowie der fachgerechten Planung, Bau und Betrieb der Trinkwasserverteilung. Das deutsche Umweltbundesamt (UBA) kommt daher in einer aktuellen Stellungnahme zu dem Ergebnis, dass „Trinkwässer, die unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt werden, sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt sind. Eine Übertragung des Coronavirus über die öffentliche Trinkwasserversorgung ist nach derzeitigem Kenntnisstand höchst unwahrscheinlich." (Stellungnahme des Umweltbundesamtes)

Die Mitgliedsunternehmen der ARW sind sich der großen Verantwortung gegenüber ihren Kunden, die sie mit Trinkwasser beliefern, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber in besonderem Maß bewusst.Sie haben daher alle in dieser Krisensituation notwendigen Maßnahmen getroffen, um den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einwandfreie Qualität des Trinkwassers sowie die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten.

Februar 2020

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16. Rheinministerkonferenz, 13.2.2020, Amsterdam (IKSR)

Erfolg für vorsorgenden Gewässerschutz

Die Rheinministerkonferenz beschließt in Amsterdam eine deutliche Verringerung der Einträge von Mikroverunreinigungen um mindestens 30%

Mikroverunreinigungen (synthetische Stoffe), die aus Industrie und Gewerbe sowie Landwirtschaft und Haushalten über Kläranlagen oder direkt in den Rhein gelangen, sollen zukünftig wirksam eingedämmt werden. Dies beschlossen die zuständigen Ministerinnen und Vertreter der 8 Rheinanliegerstaaten sowie der EU-Umweltkommissar auf der 16. Internationalen Rheinministerkonferenz nach langem Ringen im Vorfeld. Der Beschluss ist ein Meilenstein im Prozess zur Verringerung und Vermeidung von Mikroverunreinigungen, der 2007 in der 14. Ministerkonferenz in Bonn eingeläutet worden war.

Bis zum Jahr 2040 sollen Mikroverunreinigungen gemäß dem neuen Programm „Rhein 2040“ insgesamt um mindestens 30 % reduziert werden. Übergeordnetes Ziel soll es nach wie vor sein, Trinkwasser mit möglichst einfachen und naturnahen Aufbereitungsverfahren den Bürgerinnen und Bürgern  im  Rheineinzugsgebiet  zur Verfügung zu stellen.

Die vollständige Pressemitteilung der IAWR enthält weiterführende Informationen. Das Statement von IAWR-Präsident Prof. Dr. Matthias Maier auf der Ministerkonferenz am 13.2.2020 in Amsterdam zu Wasserqualität/Mikroverunreinigungen beleuchtet die Hintergründe.

Das Ministerkommuniqué und das Programm Rhein 2040 werden auf der Website der IKSR bereitgestellt.

März 2019

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IAWR-Positionspapier zum Fitnesscheck der WRRL

Anlässlich der EU-Konsultation für einen „Fitnesscheck“ der Wasser-Rahmenrichtlinie (WRRL) hat die IAWR ihren Standpunkt in einem Positionspapier dargelegt und an die EU-Kommission gesandt.

In Kürze: Kernaussage ist die Weiterführung der Wasserrahmenrichtlinie nach 2027 mit Priorität auf der Nutzung der Wasserressourcen für die Trinkwassergewinnung. Ziel der IAWR ist eine Gewässerqualität, die es erlaubt, mit lediglich naturnahen Aufbereitungsverfahren Trinkwasser zu gewinnen. Um dies zu erreichen muss der Schutz der Trinkwasserressourcen stark verbessert werden und oberste Priorität eingeräumt bekommen. Hierfür werden verschiedene Maßnahmen zur Stärkung von Vorsorge, Minimierung/Vermeidung von Verschmutzung an deren Quelle genannt. Zudem wird ein stärkerer Fokus auf Stoffe gefordert, die für die Trinkwasserversorgung relevant sind.

IAWR-Positionspapier zur Wasserrahmenrichtlinie (278,0 KB)

Januar 2019

Prof. Dr. Matthias Maier, Leiter Geschäftsbereich Trinkwasser, Stadtwerke Karlsruhe
Prof. Dr. Matthias Maier, Leiter Geschäftsbereich Trinkwasser, Stadtwerke Karlsruhe

Wechsel der IAWR-Präsidentschaft und der Geschäftsführung

Zum 01.01.2019 übernimmt die AWBR turnusgemäß die Präsidentschaft der IAWR. Prof. Dr. Matthias Maier, einer der drei Präsidenten der AWBR, wurde auf der letzten IAWR-Präsidiumssitzung in Köln zum IAWR-Präsidenten ernannt und löst Dr. Andreas Cerbe (ARW / RheinEnergie KÖln) ab, der dieses Amt seit 2015 inne hatte. Die Geschäftsführung übernimmt Wolfgang Deinlein von den Stadtwerken Karlsruhe.